Einen Standplatz bekommen: Wann und wie du dich für Weihnachtsmärkte bewirbst

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Viele fangen im Oktober an, sich nach einem Platz auf dem Weihnachtsmarkt umzuschauen. Und stellen dann fest, dass der schöne Markt in der Innenstadt längst voll ist.

Das heißt nicht, dass es für dieses Jahr zu spät ist. Es heißt nur, dass du an den richtigen Stellen suchen musst.

Nicht jeder Weihnachtsmarkt ist gleich

Wenn wir von „Weihnachtsmarkt“ reden, meinen wir eigentlich drei ganz verschiedene Dinge.

Die großen städtischen Märkte. Wochenlang geöffnet, viele feste Holzbuden, viele Imbissstände. Die Plätze werden oft lange im Voraus vergeben, manchmal schon im Frühjahr, und für wochenlange Laufzeiten fallen entsprechend hohe Gebühren an. Für Hobbyaussteller mit einem kleinen Sortiment ist das meistens eine Nummer zu groß, zumindest am Anfang.

Kunsthandwerker- und Designmärkte. Oft nur ein Wochenende, gezielt für Selbstgemachtes. Hier bewirbst du dich meist mit Fotos, und die Veranstalter wählen aus, damit nicht zehn Kerzenstände nebeneinanderstehen. Die Fristen liegen häufig im Sommer oder frühen Herbst.

Kleine Basare. Von der Kirchengemeinde, der Grundschule, dem Kindergarten, dem Sportverein oder dem Dorfgemeinschaftshaus. Meistens ein einziger Tag, drinnen, mit Tischen statt Buden. Die Gebühr ist oft klein, manchmal wird statt Geld ein Kuchen fürs Café erwartet. Anmeldungen laufen hier oft erst im September und Oktober.

Wenn es für dieses Jahr knapp ist: Die kleinen Basare sind deine Chance. Und sie sind für den Anfang ohnehin ideal, weil du dort in Ruhe ausprobieren kannst, was sich verkauft.

Wo du freie Plätze findest

Kleine Basare stehen selten auf großen Plattformen. Du findest sie eher so:

  • Gemeindeblatt und Lokalzeitung. Viele Veranstalter suchen dort ab Spätsommer nach Ausstellern.
  • Webseiten von Stadt und Gemeinde. Oft gibt es einen Veranstaltungskalender, und bei den Märkten steht ein Ansprechpartner.
  • Facebook-Gruppen deiner Region. Such nach „Kreativmarkt“, „Basar“ oder „Handmade“ zusammen mit deinem Ort. Dort werden auch kurzfristig frei gewordene Plätze angeboten.
  • Aushänge. Am Schwarzen Brett im Supermarkt, in der Bücherei, im Gemeindehaus.
  • Direkt fragen. Ruf beim Pfarrbüro, beim Förderverein der Schule oder bei der Kita an und frag, ob es einen Adventsbasar gibt und ob noch Tische frei sind. Das wirkt altmodisch, funktioniert aber erstaunlich oft.

Was in deine Bewerbung gehört

Bei kleinen Basaren reicht oft ein kurzer Anruf oder eine Mail. Bei Kunsthandwerkermärkten wird mehr erwartet. Mit diesen Angaben bist du auf beides vorbereitet:

  1. Drei bis fünf gute Fotos. Deine Produkte bei Tageslicht vor ruhigem Hintergrund, und wenn du hast, ein Foto von deinem aufgebauten Stand. Das Standfoto ist fast wichtiger als die Produktfotos, weil der Veranstalter sehen will, wie du auf seinem Markt aussiehst.
  2. Zwei, drei Sätze zu dir und deinen Sachen. Was machst du, woraus, und dass es selbst gemacht ist. Kein Roman.
  3. Dein Sortiment und der Preisrahmen. Zum Beispiel „Kerzen, Duftsäckchen und Seifen zwischen 4 und 18 Euro“.
  4. Wie viel Platz du brauchst. Tischlänge oder Standmaße, und ob du einen eigenen Pavillon oder Tisch mitbringst.
  5. Ob du Strom brauchst. Für Beleuchtung am Nachmittag ist das wichtig, mehr dazu in Licht am Marktstand.

Was du vor der Zusage klären solltest

Bevor du zusagst und überweist, frag nach. Das sind die Punkte, bei denen es später am häufigsten Ärger gibt:

  • Was kostet der Platz, und was ist dabei? Wird ein Tisch gestellt, wie groß ist er? Kostet Strom extra?
  • Drinnen oder draußen? Draußen brauchst du Regenschutz, Gewichte für den Pavillon und warme Kleidung. Drinnen oft nichts davon.
  • Wann ist Aufbau, wann Abbau? Und darfst du mit dem Auto bis an den Stand fahren oder musst du alles über den Platz tragen?
  • Wie viele ähnliche Stände gibt es? Wenn schon drei andere Kerzen verkaufen, wird es schwer. Gute Veranstalter achten darauf und sagen es dir ehrlich.
  • Was passiert bei Absage? Bekommst du die Gebühr zurück, wenn der Markt wegen Sturm ausfällt oder du krank wirst?

Und das Gewerbe?

Diese Frage kommt fast immer. Ob du für den Verkauf ein Gewerbe anmelden musst, hängt davon ab, wie regelmäßig du verkaufst und ob du damit dauerhaft Geld verdienen willst. Einmal im Jahr die Reste vom Basteln beim Schulbasar verkaufen ist etwas anderes als jedes Wochenende auf einem anderen Markt stehen. Wenn du unsicher bist, frag beim Gewerbeamt deiner Stadt nach. Die Auskunft ist kostenlos, und viele Veranstalter fragen ohnehin danach.

Für nächstes Jahr: Merk dir die Fristen

Wenn du dieses Jahr einen Markt gefunden hast, der dir gefällt, frag am Stand gleich nach, wann die Anmeldung für das nächste Jahr beginnt. Schreib dir den Termin in den Kalender, zusammen mit dem Namen der Ansprechperson.

Wer früh dran ist, hat nicht nur bessere Chancen auf einen Platz, sondern oft auch auf einen besseren: nah am Eingang, nah am Glühwein, dort, wo die Leute stehen bleiben.

Wenn du deinen Platz sicher hast, geht es an die Vorbereitung. Was du alles einpacken solltest, steht in Der erste eigene Weihnachtsmarkt-Stand. Die komplette Packliste zum Abhaken ist auch im Basar-Starter-Kit.

Standplatz auf dem Weihnachtsmarkt finden – basarliebe.de