Licht am Marktstand: Warum du ab 16 Uhr ohne Beleuchtung unsichtbar bist

Im Dezember geht in Deutschland die Sonne gegen halb fünf unter. Auf vielen Weihnachtsmärkten fängt der Betrieb aber genau dann erst richtig an: Die Leute kommen von der Arbeit, holen sich einen Glühwein und schlendern los.
Und dann passiert etwas, das viele erst am eigenen Stand merken. Die Nachbarn links und rechts leuchten warm und einladend, und dein Tisch liegt im Halbdunkel. Die Leute laufen vorbei, nicht weil deine Sachen nicht gefallen, sondern weil sie sie nicht sehen.
Licht verkauft, und zwar mehr als Deko
Menschen gehen auf Licht zu. Ein hell beleuchteter Stand wirkt offen und einladend, ein dunkler wirkt, als hättest du schon eingepackt.
Dazu kommt etwas ganz Praktisches: Im Dunkeln kann niemand deine Preisschilder lesen, die Farben deiner Kerzen erkennen oder das feine Muster auf deinen Anhängern sehen. Und wer erst fragen muss, fragt oft gar nicht.
Welches Licht du brauchst
Du brauchst kein großes Budget. Mit 30 bis 60 Euro bekommst du einen Stand gut ausgeleuchtet. Es geht um drei Arten von Licht:
Licht auf die Ware. Das wichtigste. Kleine Klemmleuchten am Standrahmen oder an der Tischkante, die von oben schräg auf deine Produkte scheinen. Richte sie so aus, dass sie auf den Tisch leuchten und nicht den Kunden in die Augen.
Stimmungslicht. Eine Lichterkette entlang der Vorderkante oder um den Pavillon herum. Sie macht den Stand von Weitem sichtbar und sorgt für das gemütliche Gefühl, das auf einen Weihnachtsmarkt gehört.
Licht an der Kasse. Eine kleine Leuchte dort, wo du kassierst. Du musst Münzen erkennen und Scheine unterscheiden können, und beim Bezahlen per Handy sollte der QR-Code gut lesbar sein.
Warmweiß, nicht kaltweiß
Achte beim Kauf auf die Lichtfarbe. Warmweißes Licht, auf der Packung meistens mit etwa 2700 Kelvin angegeben, passt zur Stimmung auf dem Markt und lässt Kerzen, Holz, Wolle und Stoffe schön aussehen.
Kaltweißes Licht wirkt dagegen schnell wie eine Werkstattlampe und lässt viele Farben blass und bläulich aussehen. Bunte Lichterketten lenken eher von deinen Produkten ab.
Woher kommt der Strom?
Strom vom Veranstalter. Viele Märkte bieten einen Anschluss an, oft gegen eine kleine Gebühr. Frag vorher, ob es einen gibt, wie weit er vom Stand entfernt ist und ob du ein eigenes Kabel mitbringen musst. Für draußen brauchst du ein Verlängerungskabel, das für den Außenbereich geeignet ist. Leg das Kabel so, dass niemand darüber stolpert, und klebe es auf dem Boden fest.
Akku und Batterie. Wenn es keinen Strom gibt, reichen für einen kleinen Stand auch LED-Leuchten mit Akku oder Batterien. Viele Lichterketten laufen heute über USB, und dann kannst du sie an eine Powerbank anschließen.
Was schafft eine Powerbank wirklich?
Das lässt sich ungefähr ausrechnen. Eine gewöhnliche Powerbank mit 10.000 mAh speichert etwa 37 Wattstunden, von denen beim Entladen grob 25 bis 30 nutzbar ankommen.
Eine USB-Lichterkette braucht je nach Länge etwa 1 bis 3 Watt. Mit 2 Watt läuft sie an so einer Powerbank also über zwölf Stunden, und das reicht locker für einen Markttag. Hängst du aber zusätzlich zwei Klemmleuchten daran, halbiert sich die Zeit schnell. Nimm lieber zwei Powerbanks mit und lade abends alles auf.
Die genaue Leistung steht auf der Verpackung oder dem Netzteil. Es lohnt sich, vor dem Markt einmal zu Hause alles gleichzeitig anzuschließen und zu schauen, wie lange es läuft.
Keine offenen Flammen
So schön echte Kerzen aussehen: Auf vielen Märkten sind offene Flammen am Stand nicht erlaubt, und zwischen Stoff, Papiertüten und Tannenzweigen ist das auch keine gute Idee. Wenn du Kerzen verkaufst, zeig sie brennend lieber in einer Laterne mit Glas oder nimm LED-Kerzen als Deko. Im Zweifel fragst du beim Veranstalter nach, was erlaubt ist.
Deine Licht-Packliste
- Zwei bis drei Klemmleuchten für die Ware, warmweiß
- Eine Lichterkette für die Standkante
- Eine kleine Leuchte für die Kasse
- Verlängerungskabel für draußen und Mehrfachstecker, falls es Strom gibt
- Zwei geladene Powerbanks und die passenden Kabel, falls nicht
- Kabelbinder und Klebeband zum Befestigen
Die komplette Packliste für den ganzen Markttag findest du im Basar-Starter-Kit. Und wenn du noch keinen Platz hast: Einen Standplatz bekommen.